Schwerpunkt: Sucht
Die Psychotherapie ist aufgerufen, Einfluss zu nehmen, wenn diese spontanen oder unbewussten Vorgänge, die zu uns gehören, zu unserem Nachteil programmiert sind. Vielleicht gilt es, die Kunst des Verlernens von ungünstigen Mustern zu erwerben. Vielleicht gilt es, schlimme Erinnerungen, die als so genannte Traumatisation quasi in die Seele eingebrannt sind, in ihrer Wirksamkeit zu entschärfen. Vielleicht aber gilt es auch, verborgene Zusammenhänge zu entschlüsseln, um den Weg für eine gute Zukunft frei zu machen.
Für diese Ziele hat das Praxisteam ein Bündel an bewährten und neuen Therapieverfahren zusammengestellt, die wir den Patientinnen und Patienten in hochfrequenten Einzelgesprächen und Gruppensitzungen anbieten. Dabei kommen recht unterschiedliche Methoden zur Anwendung.
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Das große Problem bei der Behandlung von Alkoholismus ist, dass die Kranken es nicht verstehen. Sie denken, dass sie gesund sind und dass sie jederzeit mit dem Trinken aufhören können. Leider ist das ganz und gar nicht der Fall, sondern fast jeder Alkoholabhängige benötigt medizinische und psychologische Hilfe.
Dank der Zusammenarbeit der Ärzte für Allgemeinmedizin und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie ist solche Hilfe in unserer Praxis möglich, die die Patienten auch in volle Maße und auf unterschiedlichen Stadien bekommen können. Zum Beispiel, wenn ein Betrunkener nicht in der Lage ist ein psychotherapeutisches Gespräch zu akzeptieren, bekommt er zuerst eine ambulante Alkoholentgiftung mit engmaschige ärztliche Versorgung. Nur nachdem der Patient wieder nüchtern ist, arbeitet mit ihm aktiv der Psychotherapeut und entscheidet sich für die eine oder die andere Therapie.
Unsere Behandlung beinhaltet fast alle Arten von moderner medikamentöser Therapie und Psychotherapie. Wir arbeiten aktiv mit den Verwandten des Alkoholikers, die die Belastung dieser komplizierter Erkrankung auch auf sich tragen. Sehr gute Ergebnisse bringt die Kombination der anti-craving medikamentösen Therapie und den psychotherapeutischen Methoden im Rahmen der motivierenden Gesprächsführung. Die Therapie wird für jeden Patienten einzeln ausgesucht. Wir benutzen in unserer Praxis fast alle bekannten und effektiven Methoden für die Behandlung von Alkholismus.
Alkoholbedingte Störungen gehören zu den 10 Erkrankungen, die die Lebensqualität am stärksten beeinträchtigen. Infolge körperlicher und psychischer Folgeerkrankungen von Alkoholabhängigkeit sterben in Deutschland ca. 42.000 Menschen/Jahr. Deutschland liegt mit einem durchschnittlichen Konsum von 11 Liter pro Person im Jahr weltweit in der Spitzengruppe. Anteil behandlungsbedürftiger Alkoholiker in Deutschland: ca. 2 Mio., das entspricht ca. 5% der männlichen und ca. 2% der weiblichen Erwachsenenbevölkerung.
Übersetzt heißt „Burn-out" ausgebrannt. Die Symptome sind vielfältig. Eine innere Leerheit verbunden mit dem Gefühl „ich kann nicht mehr", Abgeschlagenheit bis hin zum Ohnmachtsgefühl, andauernder Missmut, psychophysische Erschöpfung, Durchschlafstörungen, chronische Müdigkeit und eventuell süchtige Kompensationsversuche. Es können Depressionen, Ängste, Sinnkrisen und verstärkte Körperbeschwerden hinzu kommen.
Burn-out ist ein Prozess, der viele verschiedene Ursachen haben kann. Einerseits gibt es vielfältige Faktoren in der Außenwelt, die uns unter Druck setzen, die uns fordern, überfordern. Wichtiger sind unsere inneren Einstellungen und Glaubenssätze. Dem „Ausbrennen" als Folge von ständigem negativen Stress sind Menschen in bestimmten Berufsfeldern besonders leicht ausgeliefert. Dazu gehören pädagogische und helfende Berufe (z. B. Lehrer, Pflegeberufe, Ärzte), Selbstständige, Leitende Angestellte, aber auch Angehörige chronisch Kranker.
Ein jahrelanges Missverhältnis zwischen den Leistungsanforderungen an sich selbst, den Anforderungen der beruflichen und privaten Umwelt, dem eigenen Energiehaushalt und den erlernten Bewältigungsstrategien führt dann zum Burn-out. Eine stationäre Therapie kann hier sehr nützlich sein, um erst einmal die Ruhe zu finden, um über das Geschehene nachzudenken.
Depression bezeichnet ein niedergestimmtes, antriebsminderndes und jede Lebensfreude auslöschendes Gefühl. Global gesagt entsteht diese emotionale Stimmung durch „Gedanken-Kreisen". Man fühlt sich je nach Ausprägungsgrad diesem Kreislauf hilflos ausgeliefert. Es entstehen die so genannten „Losigkeitsgefühle": Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit, Ratlosigkeit, Entscheidungslosigkeit usw.
Depressionen führen zu einem außerordentlichen Leidensdruck bei Betroffenen und bei Angehörigen. Sie verlaufen in Phasen, die Wochen und Monate anhalten können. Viele andere Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauferkrankungen, Störungen des Immunsystems etc.) werden durch Depressionen negativ beeinflusst.
Die Depression ist das am meisten verbreitete psychische Problem, die sogenannte Volkskrankheit. Ca. 10% der Deutschen leiden unter Depressionen. 50% der Erkrankten wenden sich nicht an die Spezialisten. Häufige Symptome der Depression sind Schlafstörungen, eine schlechte Laune, eine schlechtere Konzentration, Gedanken an Selbstmord, Müdigkeit sowie andere somatische Symptome.
Für die Heilung der Depression benutzen wir in unserer Praxis verschiedene Methoden der Psychotherapie, wenn nötig die Kombination von Psychotherapie und medikamentöse Behandlung.
Um überhaupt das Gefühl „Angst" in sich entstehen zu lassen, muss in mir ein Gedanke, eine Vorstellung entwickelt werden: dass ich in der Zukunft z. B. eine Situation nicht adäquat bewältigen kann, dass mich etwas psychisch oder körperlich bedroht und dass ich dies dann nicht unter Kontrolle bekomme. Diese (konzeptuelle) Vorstellung ist häufig völlig unbewusst.
Die häufigste Form der Angststörung stellt eine übertriebene und belastende Furcht (Phobie) vor sozialen Situationen dar, z. B. im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Sehr häufig sind auch Phobien vor Tieren oder die Furcht vor der Fremde, vor dem Verlassen eines „sicheren Ortes". Manche Personen leiden auch unter plötzlichen Angstanfällen aus heiterem Himmel, was bei häufigerem Vorkommen als Panikstörung bezeichnet wird.
Letztlich sind Zwangsstörungen auch Angststörungen. Ein Mensch, der unter Zwängen leidet, mag seine Handlungen oder Zwangsgedanken selbst als völlig unsinnig ansehen. Dennoch übt er sie immer wieder von neuem aus. Die Betroffenen leiden unter unangenehmen, übertriebenen und sich häufig wiederholenden Handlungen oder Gedanken, gegen die sie sich wehren.
In Entwicklungsländern existieren Diagnosen von Essstörungen nicht oder nur geringfügig selten. Auch in den reichen Industrieländern sind sie erst seit ein paar Jahrzehnten als Problem zu beobachten. Allgemein gesprochen stellen Essstörungen ein Verhalten dar, mit dessen Hilfe die Betroffenen die an sie von außen herangetragenen Anforderungen und Vorstellungen zu lösen suchen.
Der Übergang von gesellschaftlich akzeptierten Vorstellungen über Ernährung, Schlankheit und Körpergefühl zum gestörten Essverhalten ist fließend. Zum Problem wird Essen dann, wenn der Umgang mit Nahrung außer Kontrolle geraten ist. Eine große Rolle spielt das Bedürfnis nach Kontrolle. Auch hier ist den Betroffenen leidvoll bewusst, dass ihr Verhalten widersinnig ist, sie es aber dennoch nicht lassen können.
Schwere Essstörungen beginnen oft mit Diäten bzw. Diätversuchen und stellen tatsächlich Bewältigungsversuche für massive psychische Schwierigkeiten dar. Hier sind die Betroffenen meist auf Hilfe von außen angewiesen, um die Hintergründe ihres Verhaltens zu durchleuchten und neue, bessere Denk- und Verhaltensmuster einzuüben.
Die Zahl der Süchtigen vermehrt sich sowie im Westen als auch im Osten. Dieses Problem ist nicht nur medizinisch, sondern auch sozial. Die Süchtigen verlieren in der Regel ihren Job, zerstören ihre Familie. Die Mehrzahl der Menschen versuchen nichts mit den Süchtigen zu tun zu haben. Aber was ist zu tun, wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter süchtig wird?
In der modernen Suchtmedizin werden die Patienten mit Hilfe von verschiedenen substituierten Programmen, z.B. Methadon und Subutexprogramm, aus der Drogenszene herausgeführt. Der Patient bekommt eine drogenähnliche Substanz unter ständiger, strenger Aufsicht des Facharztes. Dieses Mittel ruft keinen Rauschzustand hervor, befreit aber von Schmerzen bei Entzug.
Das Methadonprogramm ermöglicht, dass die Leute ihre Familie aufrecht halten können, einen Job finden können, ihre Kinder erziehen können und, sogar in vielen Fällen, Auto fahren können. Der Mensch erhält wieder einen Zugang zum richtigen Leben. In unserer Praxis gibt es außer diesem Programm gleichzeitig verschiedene Arten von moderner Psychotherapie, eine soziale Unterstützung sowie wenn nötig eine spezifische, psychiatrische und allgemeinmedizinische Untersuchung.
Das kennzeichnende Grundgefühl eines jeden psychischen Traumas ist die Ohnmacht. Einer Situation, einem Ereignis völlig ohne Macht, hilflos ausgeliefert zu sein, führt zu völligem Kontrollverlust und zu großer Angst. Aus der modernen Hirnforschung weiß man heute, dass dieses Ereignis in der Amygdala, einem umschriebenen Bereich im Gehirn, gespeichert wird.
Handelt es sich um ein kurzes, akutes und begrenztes Trauma-Ereignis, spricht man vom Trauma Typ 1. Die meisten Typ 1-Traumata können meist dank vorhandener Selbstheilungsmechanismen von den betroffenen Menschen in den dem Ereignis folgenden Wochen ohne bleibende Symptome verarbeitet werden.
In manchen Fällen kommt es nach einem traumatischen Ereignis zur dauerhaften Entwicklung krankheitswertiger psychosomatischer Symptome, z. B. in Form der posttraumatischen Belastungsstörung. Diese Störung schlägt sich unter anderem in anhaltenden Erinnerungen oder dem Wiedererleben des traumatischen Ereignisses nieder.
Unter psychosomatischen Erkrankungen im engeren Sinne werden Erkrankungen verstanden, bei denen organische bzw. Gewebsschädigungen aufzufinden sind. Psychische oder soziale Faktoren beeinflussen die Entstehung, den Verlauf oder die Folgen der Erkrankung deutlich mit.
Im engeren Sinne werden folgende Krankheitsbilder als Psychosomatische Erkrankungen angesehen: Am häufigsten vertreten ist das starke Übergewicht (Adipositas), gefolgt von Asthma, entzündlichen Darmerkrankungen, bestimmten Arten von Geschwüren sowie dauerhaftem Bluthochdruck. Andere Erkrankungen wie Ohrengeräusche (Tinnitus), Migräne oder bestimmte Hauterkrankungen stehen ebenso häufig in Wechselwirkung mit psychosozialen Faktoren.
„Somatoforme Störungen" ist eine Diagnose, die in der Bevölkerung bislang noch wenig bekannt ist. Patienten mit somatoformen Störungen haben auf ihrem Weg der medizinischen Abklärung ihrer Beschwerden möglicherweise wiederholt zu hören bekommen: „Ihnen fehlt nichts". Sie verstehen nicht, warum kein Arzt „etwas findet", denn die Symptome sind ja tatsächlich vorhanden und werden von den Betroffenen oft sehr belastend erlebt.
Der behandelnde Arzt erstellt einen spezifisch auf das individuelle Störungsbild angepassten Behandlungsplan.
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